Fachtagung 01/2007
"Professionsübergreifende Kooperation im Sorge- und Umgangsrecht
und die Perspektive der Kinder - Eine kritische Bestandsaufnahme"
Professionsübergreifende Kooperation im Sorge- und Umgangsrecht und die Perspektive der Kinder
- Eine kritische Bestandsaufnahme -
23.03.2007, Frankfurt am Main
Für
VerfahrenspflegerInnen, AnwältInnen, RichterInnen, MitarbeiterInnen der Jugendämter und der beteiligten Beratungsstellen
Ziel
Die Fachtagung soll neben einem intensiven Informations- und Erfahrungsaustausch dazu beitragen, Mindeststandards für gerichtsnahe, professionsübergreifende Kooperationen im Sinne des Kindeswohls zu erarbeiten.
Inhalt
Die geplante FGG-Reform, die eine Beschleunigung familiengerichtlicher Verfahren vorsieht, sowie die Propagierung der
sogenannten "Cochemer Praxis" in bestimmten Bundesländern hat eine Diskussion über Mindeststandards für gerichtsnahe,
professionsübergreifende Kooperationen im Sinne des Kindeswohls in Gang gesetzt.
Grundannahme der "Cochemer Praxis" ist, dass auch nach einer Trennung eine gemeinsame Elternverantwortung maßgebend ist
und der Beziehungserhalt zwischen Eltern und Kindern Priorität hat. Eine enge, sehr zeitnahe, auf viele Schriftsätze
verzichtende Zusammenarbeit zwischen Gericht, Rechtsanwälten, Jugendamt, Beratungsstellen und Gutachtern erzeugt einen
gewissen Druck zur Verständigung auf die beteiligten Eltern.
In seinem Herkunftsbezirk Cochem an der Mosel hat sich das
Modell mittlerweile zu einer festen Praxis entwickelt. In anderen Regionen - insbesondere in großstädtischen Ballungsräumen -
und von zahlreichen Verbänden und gerichtsnahen Arbeitskreisen wird es äußerst kritisch betrachtet.
Bundesweit relevant wird diese Debatte, weil auch in der FGG-Novelle (FamFG-Entwurf) eine Beschleunigung der
familiengerichtlichen Verfahren angestrebt wird.
Die Fachtagung soll neben einem intensiven Informations- und Erfahrungsaustausch dazu beitragen, eine differenzierte
Position zu beziehen, Mindeststandards für gerichtsnahe, professionsübergreifende Kooperationen im Sinne des Kindeswohls
zu erarbeiten, um diese vor Ort im jeweiligen Wirkungskreis geltend machen zu können.
Die Fachtagung ist geplant als Kooperationsveranstaltung mit der BAG Verfahrenspflegschaft für Kinder und Jugendliche e.V.
und mit dem Verband alleinerziehender Mütter und Väter - VAMV.
Programm
10.30 Uhr Begrüßung und Überblick über den Verlauf der Tagung
Maria Rocholl, Paritätisches Bildungswerk Bundesverband
10.45 Uhr
Professionsübergreifende Kooperation im Sorge- und Umgangsrecht - kritische Anmerkungen zum "Cochemer Modell" im Kontext empirischer Erkenntnisse
Dr. Kerima Kostka, Frankfurt am Main
11.30 Uhr
Gerichtsnahe Beratungsmodelle - Welche Rahmenbedingungen sind erforderlich?
Claudius Vergho, Dipl.-Psych., "Regensburger Modell"
12.00 Uhr
Kritische Betrachtungen zum Arbeitskreis Trennung und Scheidung "Cochemer Weg" - aus der Perspektive des VAMV-
Edith Schwab, Vorsitzende des Verbandes allein erziehender Mütter und Väter - VAMV
12.20
Uhr Professionsübergreifende Kooperation im Sorge- und Umgangsrecht und die Perspektive der Kinder - eine Einschätzung aus der Perspektive der BAG Verfahrenspflegschaft für Kinder und Jugendliche e. V. Annette Wacker, Vorstand der BAG Verfahrenspflegschaft
12.40 Uhr Nachfragen und erste Diskussion
13.00 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr Weiterarbeit in Arbeitsgruppen:
- Möglichkeiten und Grenzen professionsübergreifender Kooperationen und gerichtsnaher
Beratungsmodelle - welche Standards sind wesentlich?
- Aktuelle Beispiele und Einschätzungen aus der Perspektive unterschiedlicher Professionen und
Regionen:
-
Die aktuelle Praxis in Baden-Württemberg
Rechtsanwältin Petra Hermann, Bühl
Richterin Angelika Horn, Weinheim
Das "Regensburger Modell" einer gerichtsnahen Beratungsstelle
Claudius Vergho, Dipl.Psych., Regensburg
- Überlegungen aus Sicht eines öffentlichen Jugendhilfeträgers Ewald Paetzold - Fachdienstleiter der Jugendhilfe des Rheingau-Taunus-Kreises
15.45 Uhr Kaffeepause
16.00 Uhr Vorstellung der AG-Ergebnisse und Diskussion der
Mindestanforderungen an professionsübergreifende Kooperationen und gerichtsnahe
Beratungsmodelle vor dem Hintergrund der Reform des Familienrechts (FamFG)
Abschlussdiskussion mit den VertreterInnen der AGs, der BAG Verfahrenspflegschaft, des VAMV und Prof. Dr. L. Salgo,
Frankfurt am Main
17.30 Uhr Ende der Fachtagung
Termin: 23.03.2007, 10.30 - 17.30 Uhr
Veranstaltungsort: Kolping-Hotel, Lange Straße 26, 60311 Frankfurt am Main
Paritätisches Bildungswerk Bundesverband
Christa Busch
Heinrich-Hoffmann-Str. 3
60528 Frankfurt
Tel.: 069-6706-272
Fax: 069-6706-203
fobi@paritaet.org