
Zielgruppe:
MitarbeiterInnen, die Eltern und Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten oder Behinderung in den ersten Lebensjahren bis ins Schulalter begleiten, MitarbeiterInnen aus sozialpädiatrischen Zentren, Kinder- und Jugendambulanzen, Diagnostikzentren (z. B. Diplom-SozialpädagogInnen, Diplom-PsychologInnen, HeilpädagogInnen, KinderärztInnen, etc.)
Hintergrund und Zielsetzung:
Kinder mit einer Behinderung (z. B. Autismus, Down-Syndrom, Spastik, Mehrfachbehinderung) oder mit Verhaltensauffälligkeiten (z. B. Aggression oder AD(H)S) stellen besondere Anforderungen nicht nur an die Eltern sondern auch an die Therapeuten.
Aufgrund der meistens nicht gelungenen Emotionsregulation in der frühen Eltern-Kind-Interaktion sind zwei Drittel der Kinder schon unsicher bis hochunsicher
gebunden, wenn therapeutische Unterstützung gesucht wird.
Durch die schwierige und / oder langsame Entwicklung der Kinder sind die Verhaltensprobleme oft bereits chronifiziert. Die pädagogische bzw. therapeutische Begleitung solcher Familien soll in dieser Weiterbildung durch die Verknüpfung entwicklungspsychologischer Theorien mit der Praxis unterstützt werden, sodass Schutzfaktoren der Entwicklung so früh wie möglich wieder wirksam werden.
Inhalt und Aufbau der Weiterbildung
Die Weiterbildung ist praxisorientiert und berufsbegleitend konzipiert. Das Wissen über die Entwicklung in der frühen Kindheit ist die Basis der Intervention: Die Erkenntnisse der Neurophysiologie, der Verhaltensorganisation, der Bindungstheorie, der klinischen Entwicklungspsychologie (Regulations- und Bindungsstörungen) sowie das Wissen um die Spezifität der Situation der Bezugspersonen und deren Wirkung auf die Interaktion (Beeinflussung der Entwicklung des Kindes - Entwicklung des Gehirns, Entwicklung von Strategien des Verhaltens) werden eingehend betrachtet.
Die TeilnehmerInnen sollen in die Lage versetzt werden, die Dynamik der Entwicklung eines Kindes mit Behinderungen wieder in Gang zu setzen oder die Entwicklung zu stabilisieren.
Im Mittelpunkt steht der Transfer der o.g. Erkenntnisse in die Praxis.
Die TeilnehmerInnen werden während der Weiterbildung ein Kind mit seiner Familie begleiten, dies mit Videoaufzeichnungen dokumentieren und den Entwicklungsprozess dynamisch und flexibel unterstützen. Die Supervision hierzu wird in die Seminarblöcke integriert.
(Die TeilnehmerInnen müssen daher während der Weiterbildung über eine Videoausrüstung verfügen).
Die TeilnehmerInnen werden in den 4 Modulen mit Hilfe ausgewählter videographierter
Momente der Interaktion exemplarische Interventionen durchführen. Die Interpretation der
Interaktionsdynamik erfolgt in Kooperation mit der Dozentin und der Gruppe.
Der Kurs besteht aus 4 Blöcken à 3 Tagen, jeweils 9.00 – 16.30 Uhr
Termine:
08.-10.09.2008
19.-21.01.2009
20.-22.04.2009
07.-09.09.2009
Bildungsurlaub wird beantragt.
Modul 1:
08.-10.09.2008
Modul 2:
19.-21.01.2009
Relevanz der entwicklungspsychologischen Theorien für die Intervention bei Kindern mit
Behinderungen (Down-Syndrom, Autismus, Spastik, Mehrfachbehinderung, etc.)
Modul 3:
20.-22.04.2009
Relevanz der entwicklungspsychologischen Theorien für die Intervention bei Kindern mit
Verhaltensauffälligkeiten (Zurückgezogenheit, Aggression, AD(H)S, etc.)
Modul 4:
07.-09.09.2009
Anmeldung und Information: fobi@paritaet.org
anmelden (PDF-Datei bitte ausfüllen, ausdrucken und zusenden an:
Paritätisches Bildungswerk Bundesverband e.V.
Heinrich-Hoffmann-Straße 3
60538 Frankfurt
Tel.: 069 / 6706-272
Fax: 069 / 6706-203